Benannt nach dem ersten "modernen" lateinischen Wörterbuch (Robertus Stephanus, Dictionarium, seu Latinae linguae Thesaurus, 1531), ist der Thesaurus linguae Latinae, das "Schatzhaus der lateinischen Sprache", nicht nur das bisher größte Lexikon des antiken Lateins; vielmehr stellt er die Erforschung dieser Sprache und der sich darin ausdrückenden Kultur auf eine völlig neue, endlich wirklich tragfähige Grundlage: Erstmals werden darin im Prinzip alle aus der Antike (bis 600 n. Chr.) in welcher Form auch immer überlieferten lateinischen Texte berücksichtigt und können somit für jedes Wort alle Informationen (mit Belegen) präsentiert werden, die sich ohne Kenntnis der für immer verlorenen gesprochenen Sprache noch eruieren lassen - Bedeutung und Bedeutungs-Nuancen ebenso wie Orthographica, Etymologisches, Prosodie und dergleichen. Seit 1900 erscheinend, reicht das Wörterbuch jetzt bis zum Buchstaben P, in der Folge erscheinen N und R; von den Eigennamen sind nur die Buchstaben A - D bearbeitet und die entsprechenden Artikel für A und B im eigentlichen Wörterbuch veröffentlicht, für C und D dagegen in einem eigenen Onomasticon); zu den publizierten über 150 Faszikeln kommen noch die sogenannte Zitierliste und die Praemonenda genannte Einführung. Inzwischen wird das Unternehmen von über 30 Akademien und wissenschaftlichen Gesellschaften aus mehr als Ländern und 3 Kontinenten getragen. Gerade weil der Thesaurus die Realität des antiken Lateins in ihrer heute noch faßbaren Breite erfassen will, ist er ein Allgemeinlexikon im umfassendsten Sinn, das keine Sprachebene, keinen Sprachbereich, keine Sprachstufe unberücksichtigt läßt - er muß für den, der sich mit Ovid beschäftigt, genauso taugen wie für den Spezialisten für römisches Recht oder den Pharmaziehistoriker.