Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts
Es gibt kein Wörterbuch der deutschen Sprache, das den Wortschatz des 20. Jahrhunderts befriedigend darstellt. Sehr unzulänglich sind bislang vor allem die Texte der späten
Kaiserzeit mit den Umbrüchen des ersten Weltkrieges, die Texte der Weimarer Zeit und die
Texte der NS-Zeit erfasst und lexikographisch aufgearbeitet. Der unzureichende Stand der
deutschen Wortschatzforschung fällt vor allem dann ins Auge, wenn man die Situation
vergleichbarer Kultursprachen wie Französisch oder Englisch betrachtet.
Das „Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts“
(= DWDS) soll schrittweise dazu beitragen, diesen unbefriedigenden Stand zu überwinden.
Ziel ist eine lexikographische Datenbank, aus der zum einen gezielt bestimmte Informationen
abgefragt werden können und aus der sich zum anderen unterschiedliche Wörterbücher
zusammenstellen und nach Bedarf drucken lassen. Das DWDS soll eine breite Datengrundlage haben.
Insbesondere soll es sich nicht auf Werke aus der Schönen Literatur beschränken, sondern ebenso
Texte aus den Massenmedien, aus populärwissenschaftlichen Darstellungen, der Werbung und
schließlich der gesprochenen Sprache umfassen. Wesentlich ist auch, dass die verschiedenen
regionalen Spielarten des Deutschen angemessen berücksichtigt werden.